TSG Wellerode krönt glorreiche Saison mit dem Aufstieg in der Relegation in die BOL … ein Bericht von Alexander Schmid ;-)!

Es ist die letzte Saison, in der die Welleröder Tischtennisspieler mit dem Welleröder Wappen auf der Brust an die Platten gehen – ab Sommer spielen alle im neu gegründeten Verein des SC Söhre. Es konnte wohl keinen besseren Abschluss geben als die Saison 2017/2018 – denn erstmals in der Geschichte der Tischtennisabteilung der TSG Wellerode schaffte man den Aufstieg in die Bezirksoberliga. Dass man den Umweg über die Relegation nehmen musste hat ja schon fast Tradition, denn auch den letztmaligen Aufstieg in die Bezirksliga ging man über diesen Umweg. Dieses Jahr wäre er eigentlich vermeidbar gewesen, da man eine überragende Saison spielte und mit 35:5 Punkten unter „normalen Umständen“ sich auch die Meisterschaft gesichert hätte. In den letzten Jahren hätte diese Punktzahl mit Sicherheit gereicht, dieses Jahr mussten wir uns aber der überragenden Mannschaft aus Harleshausen beugen – die sich mit 2 Punkten Vorsprung die Meisterschaft sicherten und neben der Niederlage im Hinspiel gegen uns nur noch einen weiteren Punkt abgaben.

Und so kam es, dass wir „nachsitzen“ mussten und uns am Sonntag, den 06.05.2018 um 07.30h auf den Weg Richtung Oberhone begaben, um in der Sporthalle der beruflichen Schulen in Eschwege Geschichte zu schreiben. Wir mussten an diesem Tag aufgrund eines Auslandsaufenthaltes auf unseren Spieler Sascha Wagner verzichten – aber zum Glück sind wir in dieser Saison einer 7-er Tischtennis-Mannschaft gewesen, die sich nicht nur super versteht, sondern auch problemlos und uneigennützig abwechselt und wo jeder für den anderen einspringt. Somit trafen wir um 8.30h – und damit noch eine halbe Stunde vor Hallenöffnung – in der Besetzung Alexander Otto, Daniel Rienitz, Alexander Schmid, Jan Peiker, Tobias Ochs und Jens Ritschel in Eschwege ein. Die Relegation zur Bezirksoberliga findet in Turnierform (jeder gegen jeden) statt. Neben unserer Mannschaft als Zweitplatzierter der Bezirksliga Gruppe 2 wollten noch die Mannschaften vom TSV Marburg-Ockershausen als Zweitplatzierter der Bezirksliga Gruppe 1 und der VFL Adorf als Neuntplatzierter der Bezirksoberliga den begehrten letzten Platz in der BOL ergattern.

Um 10.00 Uhr Startschuss gegen Marburg-Ockershausen – der vermeintlich stärkste Gegner, die das gleiche Schicksal wie wir ereilt hatte. Auch Marburg musste nach einer überragenden Saison mit 35:5 Punkten einer anderen Mannschaft den Vortritt lassen – in diesem Falle der Mannschaft aus Richtsberg. Es wurde viel im Vorfeld diskutiert, wie unsere Chancen in dem Spiel stehen – schließlich verzeichnet Marburg in ihrem Aufgebot einen ehemaligen Bundesliga- sowie weitere Oberliga- und Hessenligaspieler… aber ob diese wirklich zur Relegation antreten würden… Ja, taten sie – Bestbesetzung bei unseren Gästen und ein erstes Durchpusten am frühen Morgen bei unseren Jungs… Wer jetzt noch den letzten Funken Motivation brauchte – spätestens jetzt war klar, dass man einen Sahnetag erwischen muss, um hier zu bestehen. Und so gingen wir hochmotiviert und –konzentriert ins Spiel – die Doppel einer unserer Stärken der Saison mussten zünden. Und bereits die ersten beiden Matches zeigten, welch ein harter Fight an diesem Morgen anstand. Unser 1er Doppel Alex O./Jens siegte in 4 Sätzen – Daniel und Jan mussten sich knapp in 5 geschlagen geben. Unser Doppel 3 Alex S/Tobias sollten die 2-1 Führung besorgen – lagen aber im Entscheidungssatz schon aussichtslos 3-7 hinten – Auszeit – Sammeln – kurze Absprache – Feuer frei. Und wie: Nach einem 8-0 Lauf sicherten sich die beiden den 11:7 Erfolg und damit die 2:1 Führung nach den Doppeln für unsere Mannschaft.

Jetzt heißt es nachlegen: Die Einzeln beginnen: hatte man aufgrund der Spielpaarungen des ersten Durchgangs auf Punkte von unserer Nr. 1 , Nr. 3 und Nr. 5 gehofft – kam es wie so oft im Tischtennis – ganz anders. Denn während die o.g. Spiele verloren gingen konnten unsere Nummer 2 Daniel Rienitz gegen Erwin Becker / unsere Nummer 4 Jan Peiker gegen Georg Kattenborn in 5 hart umkämpften Sätzen und Tobias Ochs gegen Matthias Schäfer in souveränen 3 Sätzen durchsetzen! 5-4 zur Halbzeit. Starke Leistung. Und der zweite Durchgang sollte noch besser werden! Zunächst zeigte unser erstes Paarkreuz mit Alex O und Daniel warum es das stärkste Paarkreuz in der Bezirksliga stellt! Alex mit einem 11:1, 11:7, 11:6 und Daniel mit einem 11:4, 12:10, 11:3 – gegen diese starken Gegner – das war schon etwas wie eine Machtdemonstration!!! 7-4 – der Sieg zum Greifen nah. Die Gäste verkürzten auf 7:5 und es ereignete sich das was Tischtennis so sehenswert macht: Parallel spielten Jan und Tobias gegen die Nummer 4 bzw. Nummer 5 der Gäste. Alle 4 Spieler zeigten hochklassische Ballwechsel – es ging hin und her. Beide Spiele gehen in den Entscheidungssatz – beide mal Matchbälle gegen uns – und beide mal wird das Spiel gedreht und in der Verlängerung mit viel Nervenstärke (und auch mit dem notwendigen Quäntchen Glück) mit 14:12 bzw. 12:10 für uns entschieden. Statt 7:7 und einem möglichen Unentschieden: 9:5 für uns! Big Point. Jeder wusste, dass wir mit diesem Sieg gegen diesen starken Gegner einen ganz großen Schritt Richtung Aufstieg vollbracht hatten.

Aber um sich zu freuen war es zu früh. Jetzt stand aber erstmal ausruhen an – denn das zweite Spiel des Tages musste der VFL Adorf gegen den Verlierer des ersten Spiels – sprich Marburg-Ockershausen bestreiten und somit waren wir zum Zuschauen verdammt. Zeit totschlagen, Kleinigkeit essen, viel trinken, etwas regenerieren, aber trotzdem die Spannung hochhalten. Knappe 3 Stunden später war die Entscheidung gefallen – Marburg Ockershausen wahrte seine kleine Aufstiegschance mit einem 9-4 Erfolg. Für uns war klar – ein Unentschieden im abschließenden Spiel gegen Adorf reicht – sogar eine knappe Niederlage. Aber nein – Mannschaftsbesprechung – klare Ansage vom Captain Alex O. Keine Experimente – Vollgas – erst gar keine Rechnerei aufkommen lassen. An die Tische und den Aufstieg klar machen.

Adorf zeigte gleich zu Beginn, dass sie nicht gewillt waren, sich kampflos geschlagen zu geben und forderten uns von Beginn an alles ab. Mittlerweile war es in der Halle extrem laut geworden, an allen Tischen wurde gespielt und um entscheidende Punkte gekämpft. Es galt daher auch, sich nicht ablenken zu lassen und sich noch einmal voll auf das gemeinsame Ziel zu fokussieren. Aber das Spiel sollte ein Sinnbild für unsere gesamte Saison werden. Denn wir gaben ebenfalls alles, feuerten uns gegenseitig an und zeigten einmal mehr unsere enorme Doppelstärke. Zwar mussten wir alle Sätze abgeben, aber Daniel und Jan in 5, Alex O. und Jens in 4 und Alex S. und Tobi ebenfalls in 4 Sätzen stellten die Weichen in die richtige Richtung: 3:0! In den Einzeln diesmal umgekehrte Ergebnisse – während die im ersten Spiel überragenden Daniel Rienitz und Jan Peiker ihre Spiele abgeben mussten sprangen jetzt die anderen Spieler in die Presche. Alex O gewohnt souverän und Alex S., der endlich wieder zu seiner alten Spielstärke fand, ebenfalls in 3 Sätzen stellten den 3 Punktevorsprung wieder her: 5:2. Aber auch im dritten Paarkreuz umgekehrte Tendenzen – während Jens in 5 bärenstarken Sätzen seinen Gegner mit seinem knallharten Vorhand-Topspin niederringen konnte, gaben die wenigsten Zuschauer im Spiel von Tobias noch einen Pfifferling auf die Welleröder Nr. 5. 0-7 lag er bereits im Entscheidungssatz hinten. Aber jeder, der Tobias kennt weiß, dass man gegen ihn erst aufhören sollte, wenn man den letzten Punkt gemacht hat, sich zum Sieg gratulieren lassen hat und wieder auf der Tribüne sitzt (und selbst dann sollte man nochmal im Spielbericht nachschauen, ob man wirklich gewonnen hat.) Denn Tobias zeigte wieder sein Kämperherz, kam Punkt um Punkt ran – wehrte Matchball um Matchball ab und verwandelte seinen ersten wie nur er es kann – mit einem Rückhand-Schmetterschlag – der seines gleichen sucht. Damit blieb er der einzige Spieler an diesem Tag sowohl im Doppel als auch im Einzel ungeschlagen. Aber viel wichtiger: 7-2! Das musste die Vorentscheidung sein. Jetzt noch den Deckel drauf!!!

Und diese Ehre kam verdienter Maßen unserem ersten Paarkreuz zuteil. Zunächst siegte unsere überragende Nummer 1 Alexander Otto wiedermal in 3 Sätzen und krönte damit seine Sonderstellung und überragende Leistung – 8:2. Der Schlusspunkt war allerdings einem Mann vorbehalten, der den Aufstieg mit seinem Wechsel von Harleshausen zu uns erst möglich gemacht hat. Daniel Rienitz. Auch wenn man von mannschaftlicher Geschlossenheit und tollem Teamerfolg spricht ist uns allen klar, dass ohne unseren Neuzugang dieser Erfolg niemals möglich gewesen wäre! So spielte er bereits die ganze Saison überragend, sammelte Punkt für Punkt und fügte sich von Beginn an – vor allem aufgrund seiner sympathischen Art – so nahtlos in unsere Mannschaft ein, als ob er schon immer Teil dieser gewesen wäre! Und so war es der krönende Abschluss für uns alle, das es Daniel war, der nach 5 turbulenten Sätzen den Schlussstrich unter diese Saison setzte und mit seinem Erfolg den 9:2 Sieg vollendete.

Vorbei! Sonntag, 06.05.2018, 18:03 Uhr: Geschafft! 2 Spiele, 2 Siege. Aufstieg!!! Was folgte war: Grenzenloser Jubel! Bierdusche! Freude Pur! Gemeinsam mit den vielen mitgereisten Fans, bei denen wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken wollen. Ob Jürgen und Christoph Winter, Jürgen Scheich, Brigitte und Herbert Lasch, unsere Dauerunterstützerin Petra oder sogar unsere Freunde aus Harleshausen, Dirk Opfer und Alex Salmen, die den weiten Weg auf sich genommen haben, um uns zu unterstützen. Absoluter Wahnsinn und einfach DANKE! Dass dieser Sonntagabend noch bis in die späten Stunden ausgiebig gefeiert wurde muss hier nicht extra betont werden – besonderen Dank aber an Sandra und Jan für die „spontane Feier“ in eurem Garten und die Top Verpflegung. Wir kommen beim nächsten Aufstieg wieder. 😉

Bleibt uns abschließend nur zu sagen: Wir freuen uns auf die neue Serie und das Abenteuer BOL, auf weite Fahrten und neue Mannschaften, bedauern aber ein wenig, dass wir im nächsten Jahr leider nicht auf einige befreundete Mannschaften wie z.B. Wenigenhasungen oder Espenau treffen – mit denen wir an den Tischen und vor allem danach eine tolle Zeit in der Bezirksliga erlebt haben. Aber folgt uns einfach in die BOL – denn Aufsteigen macht echt Spaß! 😉

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