Gemeinsam haben sie es geschafft … die Erfolgsgeschichte der sechs Gefährten!

Liebe TT-Freunde, ich weiß, dass ich Euch noch einen Bericht schuldig bin und dass ihr schon eine ganze Weile darauf wartet. In der Literatur würde man sagen: der Autor versucht, die Spannung hochzuhalten; in der heutigen Zeit sagt man jedoch: es war einfach noch keine Zeit da. Nun denn, ich will euch jetzt nicht länger auf die Folter spannen und möchte heute die unglaubliche Geschichte einer Mannschaft erzählen, die „wie ein Phönix aus der Asche“ stieg und am Ende das Unmögliche möglich machte. Einer Mannschaft, die noch im Herbst letzten Jahres fast am Boden lag und die dann mit einer unglaublichen Erfolgsserie von 22:2 Punkten am letzten Spieltag noch die Vize-Meisterschaft in der Bezirksklasse 4 erreichte, die gleichzeitig zur Relegation zur Bezirksliga berechtigte.

Das Abenteuer „Relegation“ fand dann am Sonntag, den 10.05.2015 (am Muttertag!), im knapp 60 km entfernten Wildeck-Obersuhl im Kreis Hersfeld-Rotenburg statt. Und so machten sich die sechs Gefährten an diesem Sonntagmorgen auf, um nicht nur ihre Mütter stolz zu machen, sondern auch um den Traum von der Bezirksliga wahr werden zu lassen. Um Punkt 10:00 Uhr stieg man dann zur ersten Runde gegen die Mannschaft vom SV Espenau 1896/1946 II in den Ring. Der Tabellenzweite der BK3 schaffte ebenfalls erst am letzten Spieltag den Sprung auf den Relegationsplatz und reiste mit der Empfehlung von 19:3 Punkten im Jahr 2015 nach Obersuhl.

Grundsätzlich besteht die Gefahr bei Spielen gegen „fremde“ Mannschaften hauptsächlich darin, dass man ihre Stärken und Schwächen so gar nicht einschätzen kann und so ging unsere „Erste“ auch mit einer gehörigen Portion Respekt in dieses erste „Final“. Doch es lief unerwartet gut zu Beginn dieser Partie und mit drei gewonnenen Doppeln durch Alexander Otto/Sascha Wagner, Alexander Schmid/Tobias Ochs und Hermann Kinzl/Jürgen Scheich setzten wir eine erste Duftmarke. Im ersten Paarkreuz setzte sich der positive Start fort und nach glatten Siegen von Alex O. und Alex S. konnten wir die Führung auf 5:0 ausbauen. Die erste Niederlage schien sich dann im mittleren Paarkreuz anzubahnen, als Hermann nach den ersten beiden Sätzen 0:2 zurücklag. Doch er kämpfte sich zurück ins Spiel und drehte die Partie noch zu seinen Gunsten. Sascha hatte im Anschluss dann wenig Mühe und sorgte für das 7:0. Der Ehrenpunkt und der Anschluss zum 7:1 gelang den Mannen aus Espenau dann in Spiel Acht. Tobi baute unsere Führung aber postwendend wieder aus und so gingen wir mit einem souveränen 8:1 in die „Halbzeit“.

Mit einem ungefährdeten 3:0 Sieg machte Alex O. in seinem zweiten Einzelmatch den 9:1 Erfolg unserer 1. Herren-Mannschaft perfekt und der erste Schritt gen Bezirksliga war um 11:50 Uhr getan. Es folgte dann eine vierstündige Pause bis zur alles entscheidenden Partie gegen den TTC Weser-Diemel. Um 13:00 Uhr begann dann zunächst die zweite Begegnung dieser Relegation zwischen Espenau und dem Bezirksligisten aus Bad Karlshafen. Diese gewann die Mannschaft von Weser-Diemel nach knapp zweieinhalb Stunden mit 9:3 und es lief auf den großen Showdown der beiden siegreichen Teams um 16:00 Uhr hinaus.

Der TTC Weser-Diemel belegte in der abgelaufenen Saison mit 17:27 Punkten den 10. Tabellenplatz in der Bezirksliga Gruppe 2 und stellte mit einem der besten ersten Paarkreuze in der BL2 eine echte Herausforderung für unsere „Erste“ dar. Entsprechend holprig war dann auch der Start in dieses Match. Lediglich Alexander Otto und Sascha Wagner konnten im Doppel siegen, es war im Übrigen ihr 26. Doppelsieg im sechsundzwanzigsten Spiel, und nach den ersten vier Begegnungen lag man 1:3 im Rückstand. Der erste Einzelpunkt gelang dann Alexander O. nach einem 3:0 Sieg, doch der TTC schlug umgehend zurück. Wir sahen uns also weiterhin einem 2-Punkte-Rückstand gegenüber und die Partie von Sascha wurde zu diesem Zeitpunkt zur Zerreißprobe. 0:1, 1:1, 2:1, 2:2 … das Spiel stand auf des Messers Schneide. Doch Sascha behielt die Nerven und siegte im 5. Satz mit 11:5. Es sollte der Wendepunkt in diesem Relegationsspiel sein, denn im Anschluss gelang unserem 3. Paarkreuz mit Tobi und Jürgen zwei immens wichtige Siege und wir gingen mit einer 5:4 in den zweiten Spielabschnitt.

Dieser Begann mit dem Match der beiden Top-Spieler, die beide einen Q-TTR jenseits der 1800 vorweisen können. Und diese Partie entwickelte sich zu einem hochklassigen und in allen Belangen sehenswerten Tischtennisspiel, in dem Alex O. zunächst mit 2:0 in Führung ging. Die Vorteile lagen klar bei Alex, insbesondere auch nachdem er im dritten Satz bereits mit 5:2 führte. Doch die Nummer Eins des TTC steht nicht umsonst mit 38:6 Siegen an der Spitze der Top-Bilanzen in der BL2 und nach einem dieser Punkte, die man eigentlich gar nicht machen kann, drehte er diesen Satz noch zum 11:6 und gewann auch den vierten Satz. Alex schien nunmehr völlig von der Rolle zu sein und lag im entscheidenden fünften Satz bereits mit 5:10 zurück. Doch der „Wahnsinn“ dieser Saison schien auch in diesem Spiel sein Platz gefunden zu haben und so gelang Alex tatsächlich noch ein sensationeller 12:10 Satzgewinn und damit die 6:4 Führung. Wer jedoch dachte, der Bezirksligist würde sich jetzt aufgeben, der wurde schnell eines Besseren belehrt. Nach zwei klaren Siegen in den folgenden Partien glich Weser-Diemel zum 6:6 aus und unser Vorteil war mit einem mal wieder futsch. Hermann konnte jedoch im Anschluss souverän in vier Sätzen gewinnen und bescherte unserer Mannschaft die abermalige Führung. Es folgte einer weiterer 5-Satz-Krimi, in dem Tobi am Ende die Nerven behielt und für das 8:6 sorgte. Im letzten Einzel dieses nervenaufreibenden Relegationsspiels kam es zum Auftritt von Jürgen, der sich nach einer durchwachsenen Saison zum Ende hin zu einer echten Konstante entwickelte. Und so war es auch unserer Nummer Sechs, dem Spieler mit den meisten Einsätzen für die 1. Mannschaft der TSG 1896 Wellerode, vorbehalten, mit einem 3:1 Erfolg diesen unglaublichen 9:6 Sieg für unsere „Erste“ perfekt zu machen.

Der Jubel kannte im Anschluss keine Grenzen mehr und gemeinsam ließ man diesen unbeschreiblichen Tag bis spät in die Nacht noch in der „Söhrebahn“ ausklingen. Ein dickes Dankeschön geht an dieser Stelle an Petra und Lothar Zinke, die doch tatsächlich bis nach Obersuhl gefahren sind, um uns zu unterstützen. Und natürlich an unsere lieben Mütter, die an diesem Sonntag leider auf ihre Jungs verzichten mussten. Aber … ihr könnt stolz auf uns sein!

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