Doppel entscheiden Topspiel … „Erste“ siegt in Harleshausen!

Ich gebe zu, dass ich lange überlegen musste, wie ich diesen Bericht beginne. Der Bericht zu einem Match, welches das Prädikat „Spitzenspiel“ mehr als verdient hat. Ein Spiel, welches alle Attribute eines Spitzenspiels zwischen Tabellenersten und Zweiten innehatte, eine Partie voller Spannung und Dramatik, ein Begegnung auf höchstem spielerischem Niveau. Nun, vielleicht beginne ich damit, dass wir (in diesem Fall Jürgen und ich) wie (fast) immer pünktlich um kurz nach Sieben in Harleshausen eintrafen und wir bereits im Auto spekulierten, in welcher Besetzung die Gastgeber wohl an die Tische gehen würden. Unsere Neugier wurde dann spätestens beim Öffnen der Hallentür gestillt und wir staunten nicht schlecht, dass die Gastgeber erstmals in dieser Saison mit den Nummern Eins bis Drei antraten. Nach der Begrüßung ging es dann um Punkt halb Acht los … der Beginn, eines wunderbaren Abends.

Zunächst gingen Alex O. und ich sowie Alex S. und Tobi auf Punktejagd. Gerade für Alex und Tobi kein leichtes Unterfangen, kassierten beide doch nach gewonnen ersten Satz zwei klare Satzniederlagen (2:11 und 3:11). Doch die beiden fighteten sich zurück in die Partie und knackten das Doppel Eins der Harleshäuser noch in fünf Sätzen. Am Nebentisch hatten Alex und ich weniger Probleme und siegten klar in drei Sätzen. Somit stand es 2:0 und Hermann und Jürgen waren nun an der Reihe. Nachdem die beiden dann auch noch in vier Sätzen gewinnen konnten, gingen wir mit einer nicht für möglich gehaltenen 3:0 Führung in die Einzelpartien.

Zu Beginn musste also unsere „A-Klasse“ in die Box. Alex S. gegen D. Rienitz, ein echter Brocken, der Einser aus Harleshausen, der sich dann auch als zu starker Brocken erwies … nur noch 3:1. Alex O. gegen D. Opfer, ein Spiel auf des Messers Schneide … fünf Sätze, Spannung pur und am Ende ein glücklicher 3:2 Erfolg für Alex und der drei Punktevorsprung war wieder da. Hermann musste anschließend gegen M. Kozlowski antreten, ein Mann mit einem Q-TTR-Wert von 1664 … keine leichte Aufgabe, die unser Hermann dennoch recht sicher bewältigen konnte. Somit stand es zu diesem Zeitpunkt 5:1 (!) für uns. Etwa zeitgleich musste ich dann gegen D. Harz an den Tisch und ich war eigentlich von den letzen Spielen gegen unsere Jungs gewarnt. Es entwickelte sich dann auch ein spannendes Spiel, in dem ich zunächst schnell 0:2 zurück lag, zum 2:2 ausgleichen konnte, im fünften sogar 4:1 führte und dennoch etwas unglücklich das Spiel abgeben musste … neuer Spielstand: 5:2. Weiter ging es mit Jürgen und Tobi, die gegen ein starkes drittes Paarkreuz der SVH 1945 Kassel III beide mit 1:3 verloren. Und urplötzlich war er weg, der sichere Vorsprung. Urplötzlich ging das Kopfkino los, die verschiedensten Rechenexempel wurden durchgespielt … kippt das Spiel oder können wir uns noch mal fangen. Klar war, die beiden Matches im ersten Paarkreuz sind von entscheidender Bedeutung für den weiteren Spielverlauf.

Also, das „A-Team“ zum Zweiten. Diesmal Alex O. gegen D. Rienitz und Alex S. gegen D. Opfer. Alex O. muss sich strecken, liegt nach drei Sätzen mit 1:2 hinten, während Alex S. am Nebentisch schnell mit 2:0 in Führung geht. Sieht nicht schlecht aus, ein Punkt im ersten Paarkreuz würde uns schon echt weiterhelfen. Alex O. fightet, gewinnt den vierten Satz und macht im Fünften mit 11:8 den Deckel drauf. Puh, der Negativtrend war erst einmal gestoppt … 6:4. Alex S. führt derweilen im dritten Satz mit 10:5, es riecht nach einer echten Überraschung, drei Punkte im ersten Paarkreuz. Doch auf einmal dreht sein Gegner auf, trifft alle Bälle perfekt, kämpft sich zurück und gewinnt noch diesen Satz. Währenddessen gehe ich auf Punktejagd, diesmal gegen M. Kozlowski. Es läuft gut … 11:4, 11:5, 11:7 … am Nachbartisch dagegen läuft`s nicht ganz so rund. Satz Vier geht auch an die Gastgeber und Alex S. muss in den Fünften. Und es ist wirklich ein Spiel voller Dramatik, keiner der beiden kann sich entscheidend absetzen, es geht in die Verlängerung, Matchbälle auf beiden Seiten und einen davon … macht die Nummer Zwei der Harleshäuser. 7:5 also und weiter geht`s mit Hermann und Tobi. Hermann muss schnell erkennen, dass es an diesem verschneiten Dienstagabend wahrscheinlich nicht für D. Harz reichen wird und tatsächlich … Harleshausen verkürzt auf 7:6.

Nun liegt die Anspannung auf Tobi, der gegen A. Breitwieser richtig beißen muss … 12:10, 11:9 und 12:10. Er hat`s geschafft, wir haben`s geschafft, der achte Punkt, das Unentschieden ist sicher. Doch ist vielleicht noch mehr drin. Jürgen spielt gegen D. Holtz gut, muss jedoch ständig einem Rückstand hinterherlaufen. Die Gastgeber verkürzen erneut, es geht also ins Entscheidungsdoppel.

Alex O. und ich gegen D. Rienitz und D. Harz, es ist mittlerweile kurz vor Elf. Den ersten Satz geben wir recht schnell ab, zu schnell … 5:11. Satz Zwei ist wesentlich ausgeglichener, wir verlieren aber in der Verlängerung zu 10. Toll, was jetzt … die Jungs coachen uns, klatschen, bejubeln jeden Punkt, es macht echt Spaß. Satz Drei läuft besser, die Top-Spins kommen gut und Alex`s Rückhand ist ein Traum … 11:8 für uns und es ist wieder alles drin. Satz Vier läuft glatt durch, alle Bälle kommen … 11:1, es geht in den Fünften. Wir starten furios, führen beim Seitenwechsel mit 5:1 und … hören auf einmal auf zu spielen. Ein Punkt nach dem anderen für die Gastgeber, 5:4, 5:5, 5:6. Zum Glück punktet Alex zum 6:6, wir fangen uns wieder ein wenig. Dennoch geht es jetzt hin und her … beim Stand von 8:9 nehmen wir ein Time-Out. Selten so eine gute Idee gehabt muss ich sagen, es geht in die Verlängerung, 11:11. Wir punkten zum 12:11, keine Ahnung mehr wie. Dann der 24. gespielte Ball … er geht drüber und … wir haben gewonnen.

Wir haben wirklich gewonnen, es ist unglaublich. Wir fallen uns in die Arme und sind überglücklich … es ist der Wahnsinn,. Alex O. erinnert mich in diesem Moment ein wenig an den Kaiser, wie er 1990 durch`s Olympiastadion in Rom läuft und den großen Triumph Revue passieren lässt … es ist wirklich klasse, was an diesem Abend in Harleshausen abgelaufen ist. Ich möchte es dann bei diesen Worten auch belassen … ich weiß, ich hab vielleicht die ein oder andere Stelle etwas in die Länge gezogen, aber ich musste es diesmal einfach so ausführlich schreiben. Trotzdem möchte ich es nicht versäumen zu erwähnen, dass wir gegen eine absolut faire Mannschaft gespielt haben und dass es von beiden Seiten ein absolut geniales Spiel war.

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